Geld ins Ausland zu überweisen muss nicht umständlich und teuer sein, sofern man über einen Anschluss ans Internet verfügt. Im Grunde reicht heute schon ein Smartphone. Genau darauf setzt das britische Startup Azimo: Das 2012 gegründete Unternehmen bietet günstige Überweisungen ins Ausland, ganz ohne Filialen und Schalter – seit kurzem auch in Deutschland.
Beim Stichwort „Auslandsüberweisung“ denke ich spontan an WesternUnion, weil die Filialen dieses Anbieters auf vielen Bahnhöfen bzw. Flughäfen anzutreffen sind. Daneben kann man sich natürlich auch an seine Bank oder Sparkasse wenden. Wozu also braucht es hier ein Startup?
Azimo hat das Rad nicht neu erfunden, bietet die Auslandsüberweisung jedoch sehr viel günstiger an, als dies Banken üblicherweise tun. Möglich wird das durch den konsequenten Verzicht auf ein Filialnetz. Die Innovation liegt in der Verlagerung praktisch sämtlicher Prozesse in die Online-Welt von PC’s, Tablets und Smartphones. Damit hat jeder Kunde seine „Azimo-Filiale“ ständig bei sich.
Diese Möglichkeit haben andere natürlich auch erkannt, so dass Azimo nicht der einzige Online-Anbieter ist: CurrencyFair, Kantox und TransferWise heißen aktuell die Wettbewerber, von denen jedoch nur TransferWise auch schon in Deutschland angekommen ist.
Für Azimo spricht das größte Spektrum an möglichen Zielländern sowie die Flexibilität bei den Zahlungsmodalitäten. Einzahlungen können klassisch über ein Bankkonto erfolgen, aber auch von einer Kreditkarte oder per Sofortüberweisung. Registrieren kann man sich per E-Mail oder via Facebook.
Die zügige Überweisung ins Zielland wird dadurch erreicht, dass nicht der vom Absender eingezahlte Geldbetrag dorthin transferiert wird, sondern vor Ort eine Auszahlung über eigene bzw. Partnerkonten von Azimo erfolgt. Das spart Zeit und Kosten, weil abschließend nur intern verrechnet werden muss. Dieses Prinzip nutzten übrigens schon die venezianischen Kaufleute im Mittelalter, die auf diese Weise riskante und langwierige Transporte von großen Geldbeträgen vermeiden bzw. reduzieren konnten.
Als Zielgruppen hat Azimo unter anderem Gastarbeiter bzw. Migranten im Visier, die Geldbeträge an Angehörige in der alten Heimat schicken wollen. Dafür eignet sich die Einzahlung per Überweisung und der Transfer auf ein Bankkonto im entsprechenden Zielland.
Wer allerdings besonders schnell Geld ins Ausland schicken muss bzw. im Ausland sofort auf Geld aus der Heimat angewiesen ist, sollte besser auf Anbieter wie WesternUnion zurückgreifen. Das ist zwar deutlich teurer, dafür aber wird der Transfer innerhalb von Minuten durchgeführt. So schnell ist Azimo derzeit noch nicht.
Einige Zeit lang war davon die Rede, dass Azimo mit Facebook kooperieren und einen Geldtransfer innerhalb des sozialen Netzwerkes würde bewerkstelligen können. Inzwischen hat Facebook diese Pläne offenbar aufgegeben, von einer Kooperation oder gar Übernahme des britischen Startups hört man nichts mehr.
Insgesamt ist der Ansatz von Azimo der richtige Schritt in die richtige Richtung. Die Zeit ist reif für niedrigere Kosten bei Überweisungen ins Ausland sowie die Möglichkeit, diese jederzeit online (und mobil) durchführen zu können. Was Azimo noch fehlt, ist eine App für Smartphones und natürlich entschieden mehr Bekanntheit für ihren innovativen Service.
Startups wie Azimo stehen oder fallen mit ihrem Bekanntheitsgrad. In Sachen Marketing sollte man sich deshalb schnell etwas einfallen lassen um auf breiter Ebene bekannter zu werden und sich so auch gegen die Wettbewerber besser durchsetzen zu können. Azimo hätte es verdient.
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